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Ramadan

Von: Kaan Orhon
26.05.2017   |   In: Gedanken zum Freitag

Bismillah
„Ramadan“ - Gedanke zum Freitag

Allah der Erhabene sagt in Seinem Buch in der sinngemäßen Übersetzung:

„Der Monat Ramaḍān (ist es), in dem der Qurʾān als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch während dieses Monats anwesend ist, der soll ihn fasten, wer jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, (der soll) eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten). Allah will für euch Erleichterung; Er will für euch nicht Erschwernis, – damit ihr die Anzahl vollendet und Allah als den Größten preist, dafür, daß Er euch rechtgeleitet hat, auf daß ihr dankbar sein möget.“
((al-Baqara: 185))

Noch einige Stunden, dann werden wir mit der Erlaubnis unseres Herrn, unseres erhabenen Schöpfers, des Erhalters und Versorgers der Menschen und der ganzen Schöpfung wieder den gesegneten Monat Ramadan erleben.

Das ist Anlass zu Dankbarkeit und Freude für jeden von uns. Besonders werden aber jene dies in seiner ganzen Gewaltigkeit verspüren, die in den vergangenen 12 Monaten einen schweren Verlust erlebt haben, denen ein Mensch fehlt, mit dem sie den letzten Ramadan erlebten. Ein Mensch, mit dem sie nachts und morgens das Essen teilten, mit dem sie sich betend niederwarfen, mit dem sie Freude und Segen dieses Monats erlebten, gelacht, gespielt, Geschichten erzählt haben, mit dem sie Nähe und Zuneigung verbanden. Eine Person, deren Platz in ihrer Mitte dieses Jahr im Ramadan zum ersten Mal im Leben leer bleibt.

Der Erbarmer, der Seine Schöpfung liebt und sie erhebt und ehrt, der sie zu den hohen und reinen Emotionen befähigt, zu denen die Freude und die Dankbarkeit ebenso gehören wie die Trauer, hat uns, die wir vor den Toren des gesegneten Monats stehen, den unermesslichen Segen des Ramadans zum Geschenk gemacht. Die Tage, in denen er das Bittgebet des Fastenden nicht zurückweist und die Nächte, deren Dunkelheit durch das Licht der Anbetung unseres Herrn erhellt wird.

Wir wissen nicht, ob unser Platz im nächsten Jahr leer bleiben wird und unser Fehlen die Freude des gesegneten Monats für die Menschen, die uns lieben mit einer Spur von Trauer durchwirkt. Doch auch wenn wir Gewissheit hätten und Kenntnis des Verborgenen, so wäre dieser Ramadan um nichts weniger Anlass für uns zu Dankbarkeit und Freude. Lassen wir keinen Tag ungenutzt und keine Nacht.

Möge Allah der Erhabene uns zu den Dankbaren gehören lassen.

In diesem Sinne wünscht euch der RAMSA einen gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

Heute von: Kaan Orhon, Islamwissenschaftler aus Göttingen und Mitglied des Ältestenrates