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Die Kraft der Worte

Von: Kaan Orhon
03.02.2017   |   In: Gedanken zum Freitag

Bismillah

Gedanke zum Freitag
Allah der Erhabene sagt in Seinem Buch in der ungefähren Übersetzung:

„Sag: Wenn das Meer Tinte für die Worte meines Herrn wäre, würde das Meer wahrlich zu Ende gehen, bevor die Worte meines Herrn zu Ende gingen, auch wenn Wir als Nachschub noch einmal seinesgleichen hinzubrächten.“ ((Al-Kahf:109))

Ein wunderschöner Vers, Zeugnis von der Majestät des Schöpfers. Er weiß um alle Dinge und ist über jeden Mangel und jede Beschränkung erhaben.

Den Geschöpfen, uns, ist diese Gabe nicht eigen. Jeder, der schreibt, kennt wohl den Moment, da ihm die Worte ausgehen. Man starrt auf das leere weiße Blatt oder meinetwegen die Tastatur vor sich. Man weiß vielleicht sogar, was man schreiben will, die Gedanken sind da im Kopf, aber die Worte finden ihren Weg nicht aufs Papier.

Geduld und positives Denken sind auch in dieser Lage notwendig, die Hoffnung darauf, dass sich die Blockade bald löst. Und es ist auch wichtig, sich das Schweigen zu erlauben, bzw. das Nichtschreiben, wenn es gerade nicht gelingen will, das, was man im Kopf hat, niederzuschreiben.

Vielen Studierenden und Akademikern ist die „Universitätsweisheit“ geläufig, die besagt: publish or perish, veröffentliche oder geh zu Grunde. Ganz so dramatisch ist es nicht, aber auch in unserem Kontext, dem des Aktivisten/ der Aktivistin in Universität und Gesellschaft, ist Schreiben von enormer Bedeutung. Schreiben und insgesamt die Nutzung sämtlicher Medien sind wichtig für die Arbeit, wichtig um selbst zu gestalten und an Diskursen teilzunehmen, aber auch um sich gegen Angriffe zu schützen. Auch wenn man nicht für sich spricht, werden andere über einen sprechen, werden über einen schreiben. Umso besser und wichtiger ist es, die eigene Sicht, die eigenen Prinzipien und Werte klar zu vertreten und in geschriebener Form nachvollziehbar zu machen.

In diesem Sinne wünscht euch der Vorstand des RAMSA einen gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.