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…und so lebte sie glücklich als Single bis ans Ende ihrer Tage!

Von: Dipl.-Psych. Demet Özlem Arslan
09.02.2014   |   In: Stimmen

Ein Kommentar zu Kübra Gümüsays Beitrag „Der neue muslimische Mann + Die Frau und die Gesellschaft‟

…und so lebte sie glücklich als Single bis ans Ende ihrer Tage!

 „Muslimische Männer sind die Verlierer der Migrationsgeschichte in Deutschland!“, sagte eine deutsche Freundin. Die strebsamen muslimischen Mädchen, die ihren Weg in die Autonomie über die Bildung gefunden haben, sind scheinbar die Gewinner; sie haben durch eine akademische Laufbahn Selbstbewusstsein und Gleichberechtigung erlangt. Das strebsame Mädchen ist eine erwachsene, erfolgreiche Akademikerin geworden, der viele muslimische Männer nicht mehr das Wasser reichen können.

Kübra Gümüsay zeigt in ihrem Artikel die Kehrseite dieser Erfolgsgeschichte - Nahezu alle kennen sie: Die erfolgreiche muslimische Akademikerin Ende zwanzig bis Mitte dreißig, intelligent, humorvoll und schön - jedoch Single.

Gümüsay erörtert treffsicher die Gründe für den einsamen Weg zum Erfolg der muslimischen Akademikerinnen in Deutschland. Folglich sollte ein Problem, dass mit seinen Ursachen herausgestellt wurde, gelöst werden. Nun liegt es an uns mögliche Lösungen zu generieren.

Auf individueller Ebene könnten wir muslimischen Männern vielleicht raten sich zu emanzipieren und die Rolle des alleinigen Ernährers zu Gunsten einer partizipierten Aufgabenverteilung zu ersetzen, welches ihnen erlaubt sich auch mittellos auf eine Ehe einzulassen. Dies gelänge ihnen möglicherweise, indem sie die Frauen auch als „Mitversorger“ und sich selbst in der Kindererziehung sähen. Sich zutrauen auch „unvollkommen“ in die Ehe einzugehen und auf Allah zu vertrauen. Sich zu trauen auch vermeintlich unabhängige, starke Frauen anzusprechen.

Frauen könnten auf dem Weg der Emanzipation gut beraten sein, wenn sie Emanzipation nicht nur als Verschaffung der finanziellen Unabhängigkeit verstünden, sondern vielmehr auch aktiv, nach dem Vorbild von Khadija (ra.), in der Antragstellung auftreten. Schließlich war sie, Khadija, es, die dem Propheten (saw) den Heiratsantrag stellte. Überhöhte Erwartungen an den zu führenden Lebensstil ablegen und sich in Genügsamkeit üben.

Dennoch bleibt der Grund für die Fehlende aktive Teilnahme der muslimischen Männer an muslimischen Vorträgen, Veranstaltungen, Hochschulgruppen und diversen muslimischen akademischen und nicht-akademischen Vereinen unerklärt. Fakt ist: Wir können einander nur dann kennenlernen, wenn wir uns in solchen Veranstaltungen begegnen im Sinne des Koranverses „O ihr Menschen, Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Verbänden und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Der Angesehenste von euch bei Gott, das ist der Gottesfürchtigste von euch. Gott weiß Bescheid und hat Kenntnis von allem.“ (Sure 49:13).

In diesem Sinne soll dies ein Aufruf an alle muslimischen Männer und Frauen sein, aus dem Schlaf sich lediglich der Bildung zu widmen, zu erwachen und den Bildungsweg nicht als einen Weg der nur alleine beschritten werden kann zu verstehen. Denn wie heißt es doch so schön im Hadith, der besagt: Durch die Heirat werden wir unseren Glauben (Din) vervollständigen.