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Der Integration ein Zeichen setzen

05.06.2012   |   In: Presse über RAMSA

Die Muslimische Hochschulgruppe Mannheim fördert Austausch der Religionen. Von Isabell Boger

 

 

Jeder vierte in Deutschland lebende Bürger unter 25 Jahren hat einen Migrationshintergrund, aber nur etwa jeder neunte Studierende stammt aus einer Einwandererfamilie. Diese Bilanz zu verändern, ist nicht ganz einfach. Viele müssen ihren Beitrag leisten: die Politik, die Schulen, die Gesellschaft. In Mannheim setzt sich seit 1996 auch die "Muslimische Hochschulgruppe" (MHG) dafür ein: Sie berät Schüler der Oberstufe und erklärt ihnen, wo die Vorteile eines Studiums liegen. Sie organisiert Seminare und Weiterbildungen für ihre Mitglieder, um sie in Hinblick auf ihr Studium und das spätere Arbeitsleben zu fördern. Und sie sucht den Kontakt zu Nicht-Muslimen, um Vorurteile und Ängste abzubauen.

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"Die Muslimische Hochschulgruppe wurde als Anlaufstelle für muslimische Studenten gegründet und soll besonders den Erstsemestern Hilfe und Beratung bieten", erklärt der Vorsitzende Yaser Oulabi. Dabei wende sich die Gruppe vor allem an Studenten, die nicht aus Mannheim stammen. "Viele fragen sich: Wo finde ich eine Moschee oder eine Gebetsmöglichkeit und wo kann ich 'halal' essen?", sagt Oulabi. Da gebe die Hochschulgruppe Antworten und sei Ansprechpartner und soziales Netzwerk.

Schon bei der Gründung der MHG durch ehemalige Mannheimer Studenten im Jahre 1996 habe man sich außerdem zum Ziel gesetzt, über den Islam zu informieren und Vorurteile abzubauen. "Wir wollen ein Zeichen für die Integration und das bessere Zusammenleben zwischen muslimischer und nicht muslimischer Studenten und Bürger setzen", gibt Oulabi die Losung aus. Daher organisiere man regelmäßig Vorträge und "soziale Events".

Vorbereitet werden diese Veranstaltungen in den monatlichen Treffen der Gruppe, die momentan aus 26 festen Mitgliedern besteht. "Zudem gibt es einen Stamm von rund 50 Personen, die regelmäßig an Veranstaltungen teilnehmen", erklärt Oulabi. Dabei ist das Angebot sehr breit. Zuletzt gab es beispielsweise einen Vortrag zum Thema "Islamic Banking", also dem Führen von Bankgeschäften in Übereinstimmung mit den Ethik-Vorstellungen des Islams. Das bedeutet verkürzt: Spekulationen und Zinsen sind verboten.

"Dazu referierte Ugurlu Soylu, der selbst Absolvent der Universität Mannheim und seit 2010 Geschäftsleiter der Mannheimer Niederlassung der Kuveyt Türk Bank ist", erklärt Oulabi. Da auch immer mehr deutsche Bankhäuser das Potenzial dieses Systems erkennen, ist es für junge Muslime wichtig, sich mit damit auszukennen - und so später eine Chance zu haben, in diesem Bereich Fuß zu fassen.

Doch nicht alle Veranstaltungen sind studienbezogen. Man organisiert auch interkulturelle Abende, zum Beispiel eine Filmveranstaltung mit dem Titel "Kino für Toleranz". Auch am dokumentarischen Medienprojekt "Mannemer sein" ist man beteiligt. "Durch unser Engagement hoffen wir, ein positives Bild auf den Islam zu werfen", sagt Oulabi. "Dazu ist es nötig, dass wir aufklären - vor allem über die toleranten Eigenschaften unserer Religion."

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 23.05.2012

 

übernommen von morgenweb.de (Zugriff 05.06.2012)

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