Alte und neue Rassismen- Antisemitismus, Islamophobie und Islamfeindlichkeit
Ort
Dozent: Dipl. Päd. Moussa al-Hassan
Schulungsseminar
Einschlägige nationale, wie auch internationale Studien belegen und warnen seit geraumer Zeit vor
dem Anstieg feindlicher Einstellungen gegenüber dem Islam und Muslimen. Im Jahre 2004 teilten 75
Prozent einer repräsentativen Gruppe von Befragten, die Aussage, der Islam sei von Fanatismus
geprägt. Im Jahre 2006 stieg die Zahl auf 83 Prozent2, um nur einige alarmierende Daten anzuführen.
In allen gesellschaftlichen Bereichen begegnet man zunehmend einer teils institutionalisierten, doch
radikalen und undifferenzierten Polemik gegen den Islam.
Obwohl hochrangige Politiker wie der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Islamfeindlichkeit als eine
Art neuen Rassismus bezeichnen, werden nicht nur im Mainstream, sondern in hohen
Regierungskreisen die Gefahren des Phänomens Islamophobie immer noch unterschätzt oder sogar
unter den Tisch gekehrt. Wie kommt das?
Vor diesem Hintergrund scheint es als geboten, den Ursprung und die Entwicklung dieses modernen
Feindbildes eingehend zu untersuchen:
Wie verhalten sich biologistische Rassismen und dieser kulturalistische Neo-Rassismus zueinander?
Sind Parallelen auszumachen? Welche Akteure mit welchen Ideologien schüren die Rassismen?
Welche Wechselwirklungen werden freigesetzt? Wie werden diese Ideen umgesetzt? Wie wirken die
externe Einflüsse auf die negative Wahrnehmung des Islam in unserer Gesellschaft und welche
Möglichkeiten existieren dem entgegen zu wirken? Welche Konsequenzen ergeben sich durch das
Aufdecken der Mechanismen und Strukturen für die angestrebte Rechtfertigung von Diskriminierung
und Krieg?
Das Seminar sensibilisiert und qualifiziert die TeilnehmerInnen zu diesen Fragen ausgiebig.
Darüberhinaus werden sozialwissenschaftliche Fähigkeiten vermittelt und Material mitgegeben, um
zum eigenständigen Weiterforschen anzuregen.
Ziel des Seminares ist es, den Begriffen Islamophobie und Islamfeindlichkeit fundiert und
differenziert begegnen zu können.
