Koordinierter Einsatz
Muslimische Studenten luden landesweit zu Islamwochen ein. Von Kaan Mustafa Orhon, Göttingen. Im November des Jahres 2007 gründeten 18 muslimische Hochschulgruppen aus ganz Deutschland in Bonn den „Rat muslimischer Studierender und Akademiker“ (RAMSA).
Es war ihr Wunsch, sich zu vernetzen und zusammen zu arbeiten, um gemeinsam mehr für die Belange muslimischer Studierender in Deutschland tun zu können. Es war ein langer Weg, den es zurückzulegen galt, doch mit der Ausrichtung der ersten überregionalen Islam-Infowoche an deutschen Universitäten hat die mittlerweile auf 22 Mitgliedsorganisationen angewachsene Gemeinschaft nun einen wichtigen Schritt vom losen Netzwerk hin zu einer koordiniert handelnden Organisation getan.
Die dreitägige Vortragsveranstaltung, die parallel an den Universitäten in Aachen, Bielefeld, Bonn, Duisburg, Köln und Heidelberg stattfand, stand unter dem Motto: „Islam - Weg der Mitte oder mittelalterlich?“ Dieses Motto etablierte den thematischen roten Faden, der durch die Veranstaltungsreihe führte: Die Vorträge vollzogen die Entwicklung der islamischen Zivilisation durch die Zeiten nach, beleuchteten theologische und soziale Aspekte muslimischen Lebens von der Zeit der Offenbarung bis in die Gegenwart. So sprach Abdurrahman Reidegeld über „Zeit und Zeitbezug des Qur’ans: die Offenbarung des Islam zwischen Zeitbezug und Zeitlosigkeit“, Eddin Ljajic über „Heilige Schrift im zeitlichen Kontext“.
Nach allen Vorträgen bestand für das Publikum die Möglichkeit zur Diskussion mit den Referenten, ein Angebot, von dem muslimische wie nicht-muslimische Besucher regen Gebrauch machten. Die gute Annahme durch das Publikum ebenso wie der gelungene Ablauf sind Anlass für Zufriedenheit bei den Organisatoren.
Ebenso wichtig wie die erfolgreiche Präsentation nach Außen war das Gelingen der Islamwoche auch als Zeichen nach innen. Die gemeinsame Veranstaltung ist Bestätigung für die Personen und Gruppen, die ihre Zeit und Energie in die Veranstaltung und generell in den Rat investiert haben, dass sie auf dem richtigen Weg sind.
