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Ausschreibung Graduiertenkolleg Islamische Theologie

19.04.2012   |   In: Im Blick

In Deutschland liegt der Anteil der muslimischen Bevölkerung mittlerweile bei fünf Prozent. Es besteht ein breiter Konsens in Politik und Gesellschaft, dass eine angemessene Repräsentation von Muslimen auch in Schule und Hochschule erreicht werden soll. Dazu fördert die Bundesregierung seit 2010 die Einrichtung von Zentren für Islamische Studien an ausgewählten Universitäten in Deutschland.

Um wissenschaftlichen Nachwuchs für diesen Bereich auszubilden, hat die Stiftung Mercator gemeinsam mit sieben Universitäten ein Graduiertenkolleg für Islamische Theologie gegründet. Die Stiftung stellt dafür für den Zeitraum von 2011 bis 2016  3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sollen in Deutschland Nachwuchswissenschaftler in der Islamischen Theologie ausgebildet werden. Mittelfristig soll das Kolleg zu einer angemessenen Repräsentation muslimischer Stimmen in Wissenschaft, Schule und Öffentlichkeit beitragen. Es schafft zudem die Voraussetzungen für die Ausbildung von Religionslehrern für islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen und für die Ausbildung von Imamen an Universitäten in Deutschland.

In dem von der Stiftung Mercator geförderten Graduiertenkolleg Islamische Theologie sind zum 1. Oktober 2012 bis zu acht Stellen für Doktorandinnen und Doktoranden entsprechend ½ TV-L E13 befristet auf drei Jahre zu besetzen.

Das Graduiertenkolleg Islamische Theologie ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung Mercator und der sieben Hochschulen Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Universität Hamburg, Universität Osnabrück, Universität Paderborn und Eberhard Karls Universität Tübingen. Das standortübergreifende Graduiertenkolleg wird von der Universität Münster koordiniert. Es besteht aus insgesamt bis zu 15 Doktoranden. Der erste Jahrgang mit sieben Doktoranden hat bereits 2011 seine Arbeit aufgenommen.  Die Doktoranden promovieren an einem der Standorte und nehmen am übergreifenden Studienprogramm des Kollegs teil, das auch Gastwissenschaftler aus dem Ausland integriert.

Das Studienprogramm soll den Nachwuchskräften vertiefende Kenntnisse in den Hauptfeldern der Islamischen Theologie vermitteln. Inhaltliche Schwerpunkte sind Koranwissenschaften, Hadithwissenschaften, Islamisches Recht, Geschichte und Gegenwartskultur des Islams, systematische Theologie (Kalam), Islamische Philosophie, Ethik, Mystik und Religionspädagogik. Neben Forschungsarbeiten im Kern der genannten Gebiete sind auch Fragestellungen denkbar, die die Schnittstellen der Gebiete oder einen interreligiösen bzw. intertheologischen Vergleich zum Gegenstand haben.

Weitere Informationen zum Kolleg finden Sie im Internet unter www.graduiertenkolleg-islamische-theologie.de.

 
Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Personen, die einen einschlägigen Hochschulabschluss erworben haben, der sie zum Eintritt in das Graduiertenkolleg befähigt. Dies kann beispielsweise ein Master oder Magister in Islam-, Religionswissenschaften oder Islamischer Theologie sein. Die Kandidaten sind im Rahmen des Bewerbungsverfahrens aufgerufen, ihre fachliche Eignung mit Bezug auf ihren Werdegang sowie auf ihr Forschungsvorhaben in einem Exposé darzulegen.

 
Was sind die Bewerbungsvoraussetzungen?

Voraussetzungen für die Bewerbung sind:

    Die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift stellt eine Aufnahmevoraussetzung dar, da die Verkehrssprache im Kolleg Deutsch ist.
    Mit Blick auf das Gastwissenschaftlerprogramm und eine jährlich stattfindende internationale Konferenz sind hinreichende Englischkenntnisse erforderlich.
    Die Kollegiaten müssen im Übrigen die entsprechenden Kompetenzen zur Rezeption der für ihr Forschungsvorhaben einschlägigen Texte und Forschungsliteratur nachweisen.
    Eine aktive Teilnahme am standortübergreifenden Kollegprogramm wird vorausgesetzt.

 
Welche Unterlagen sind für die Bewerbung erforderlich?

Die Bewerbung muss folgende Unterlagen enthalten:

    Anschreiben mit Angaben zur Motivation der Bewerbung
    tabellarischer Lebenslauf
    Exposé zum geplanten Forschungsprojekt (max. acht DIN A4-Seiten)
    Kopien der wichtigsten Zeugnisse (Abschlusszeugnis, Abitur)
    Arbeitszeugnisse
    Kopie der Abschlussarbeit

 

Zusätzlich muss bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist ein Referenzschreiben eines Fachwissenschaftlers vorliegen, das von diesem direkt an die unten stehende E-Mail-Adresse zu schicken ist.

Von besonderer Bedeutung für die Entscheidung über die Aufnahme ist das Exposé zum geplanten Forschungsvorhaben. Es soll die Fragestellung der Forschungsarbeit, den Forschungsstand, methodische Überlegungen, den Arbeitsplan inklusive Zeitplan und ggfs. eigene Vorarbeiten darlegen.
Ein Wunschbetreuer/-standort kann angegeben werden. Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht. Frauen sollen bei gleichwertiger Qualifikation bevorzugt werden. Schwerbehinderte werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt.
Was sind die Kriterien für die Bewerberauswahl?

Über die Einladung zum Auswahlgespräch entscheiden die fachliche Eignung der Kandidaten sowie die Qualität ihres Forschungsvorhabens.
Wie ist der Ablauf des Auswahlverfahrens?

Das Bewerbungsverfahren wird zentral von der Universität Münster koordiniert, welche die Bewerbungen je nach fachlicher Nähe jeweils zwei Partnern an unterschiedlichen Standorten zur Begutachtung zuschickt. Eine Einladung zum Auswahlgespräch setzt eine positive Einschätzung beider Gutachter voraus.
Wie erfolgt die Zuordnung zu den Standorten?

Die Bewerber haben die Möglichkeit, in ihrer Bewerbung einen Wunschbetreuer/-standort anzugeben. Das Kolleg behält sich allerdings die Entscheidung über die Zuordnung nach fachlichen Gesichtspunkten und der Bereitschaft zur Übernahme der Betreuung durch die Partner vor.

 

Ihre Bewerbung mit den genannten Unterlagen richten Sie bitte bis zum 18. Mai 2012 ausschließlich per E-Mail in Form einer einzelnen PDF an janfelix.engelhardt@uni-muenster.de
 

Kontakt:

Für Rückfragen steht Ihnen der Projektkoordinator des Kollegs gerne zur Verfügung:              

Jan Felix Engelhardt   

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Zentrum für Islamische Theologie Münster

E-Mail: janfelix.engelhardt@uni-muenster.de

Tel.: ++49 (0) 251 83 26 115