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Von: Kaan Orhon
09.12.2016   |   In: Gedanken zum Freitag

Bismillah
Gedanke zum Freitag


Allah der Erhabene sagt in Seinem Buch in der ungefähren Übersetzung:

„Siehst du (nicht) denjenigen, der das Gericht für Lüge erklärt? Das ist derjenige, der die Waise zurückstößt und nicht zur Speisung des Armen anhält. Wehe nun den Betenden, denjenigen, die auf ihre Gebete nicht achten, denjenigen, die dabei (nur) gesehen werden wollen; und die Hilfeleistung verweigern!“ ((al-Ma’un:1-7))

Einmal mehr ist der Winter gekommen und verleitet so manchen zur Klage über kaltes Wetter, lange Nächte und dergleichen. Doch, dass der Winter auf den Sommer folgt wie die Nacht auf den Tag, ist in Weisheit verfügt von unserem Schöpfer, und sollte kein Grund für Unmut sein, es ist der natürliche Lauf der Welt und auch der Winter bringt Freuden und Schönheit für die, die sie zu schätzen wissen.

Es gibt allerdings Menschen, die Grund zu Klage haben in dieser kalten Jahreszeit. Jene, die in Not sind, die keine warmen Wohnungen, keine Winterkleidung, nicht genug gesundes Essen und keinen Zugang zu Medikamenten haben, um den Winter gesund zu überstehen. Das betrifft Menschen in Syrien, die Eingeschlossenen in Aleppo und andere, es betrifft Menschen auf der Flucht und natürlich die ungezählten Menschen in unserem Land, die Tage und Nächte auf der Straße verbringen.

Ihr Leid ist aber nicht den Jahreszeiten und der Natur geschuldet, sondern einer Gesellschaft, die sich oft zu wenig um jene sorgt, die sich nicht aus eigener Kraft helfen können. Nicht die Kälte der Luft, sondern die Kälte der Herzen gefährdet Menschen. Wir können mit Spenden helfen, hier und überall auf der Welt, zahlreiche engagierte Menschen werben nun wieder mit besonderem Nachdruck dafür; wir können auch direkt tätig werden, für die Menschen auf den Straßen unserer Heimatorte. Ein heißer Tee ist nicht teuer, aber hat mitunter große Wirkung.
Das mindeste ist aber die Würde der Menschen zu achten – auch wenn man nicht jedem gibt, der einen bittet, ist es ein großer Unterschied, ob man höflich und freundlich mit den Menschen spricht und ihnen ins Gesicht sieht oder ob man zur Seite schaut um sie nicht zu sehen, aufs Telefon oder in die Luft, bis die Person „endlich“ weitergeht und den Nebenmann bittet.
Die Hilfeleistung zu der unser Schöpfer uns auffordert, umfasst mehr als nur eine materielle Dimension.

In diesem Sinne wünscht euch der Vorstand des RAMSA einen gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

Kaan Orhon, Islamwissenschaftler aus Göttingen und Mitglied des Ältestenrates